Ingrid Amon zu Gast im Nachtcafé bei Wieland Backes!
Prollig, peinlich und provinziell – die Liste der Vorurteile, mit denen sich Dialektsprecher hierzulande konfrontiert sehen, ist lang. Vor allem die Sachsen scheinen ein besonders hartes Los gezogen zu haben: Seit Jahren schon zählt Sächsisch zu den unbeliebtesten Dialekten Deutschlands. Unerotisch soll es klingen, doch bevor sich der Rest der Deutschen hämisch freut: Auch beim schwäbischen „Grüß Gottle“ und bairischen „Pfiat di“ rümpfen viele die Nase. Kein Wunder also, dass so manche Mundart vom Aussterben bedroht ist?
Im März 2011 kam die Einladung des SWR an mich, als Expertin für Sprechtechnik und Stimme in der renommierten, vielgesehenen Talkshow „NACHTCAFÉ“ mitzuwirken. Brisantes Thema „Dialekt – peinlich oder provinziell?“ Ich flog nach Stuttgart für die Aufzeichnung der 90 Minutensendung, um dort Überzeugungsarbeit für eine gepflegte Umgangssprache zu leisten. Getreu meinem vielzitierten Motto „Man darf ruhig hören, woher Sie kommen. Man darf aber auch hören, dass Sie dort nicht stehengeblieben sind!“
Dialekte als Sprachform schätze ich grundsätzlich sehr. Sie sind die Wurzeln unserer Sprache, vermitteln ein Gefühl von Zugehörigkeit uvm. In ihrer kommunikativen Wirkung sind sie beschränkt. Die Sprachform, in der wir Inhalte mühelos transportieren können, weil sie im gesamten deutschsprachigen Raum verstanden wird – sogar von Menschen, die Deutsch als Fremdsprache gelernt haben – ist einfach Hochdeutsch.
Die Erstausstrahlung ist am Freitag, den 25. März, um 22 Uhr im SWR.
Zwei Wiederholungen sind vorgesehen: 26. 3. um 12. 20 und am 29. 3. um 0.00 im SWR.